Ironman Austria – mein DNF

Für meinen runden Geburtstag im Juli hatte ich mir etwas Besonderes vorgenommen: Vorher zum fünften Mal den Ironman in Klagenfurt zu finishen. Nicht irgendein Rennen – ein persönliches Geschenk an mich selbst. Die Idee entstand ganz unspektakulär: Ich saß voriges Jahr zu Hause und verfolgte den Ironman Klagenfurt online. Irgendwann in diesem Moment war es klar – da will ich wieder hin. Zum fünften Mal.

Der Start ins Trainingsjahr war dann alles andere als einfach. Eine hartnäckige Lumboischialgie zwang mich zur Geduld. Aber die Vorbereitung lief besser und besser: regelmäßige Bahnen im Wasser, am Ende der Vorbereitung Radausfahrten bis 140 Kilometer und Longjogs bis 30 Kilometer. Der Körper fand seinen Rhythmus. Das Vertrauen kam zurück. Am Start in Klagenfurt fühlte ich mich bereit.

Dann war der große Tag. Das Schwimmen lief gleichmäßig – nur die Gegensonne machte die Orientierung zur Herausforderung. 1:21 Stunden, etwas langsamer als geplant, und 200 Meter mehr wegen dem Zickzack. Auf dem Rad erinnerte ich mich wieder, wie schön die Landschaft ist. Die Hitze war erträglich und die Wattleistung in der zweiten Hälfte kaum geringer. Nach 6 Stunden und 12 Minuten wechselte ich auf die Laufstrecke.

Nach 5 Kilometern kam der Einbruch. Schnell und unerbittlich. Die Hüftschmerzen, die ich dachte überwunden zu haben, meldeten sich zurück – laut und deutlich. Schon in Krumpendorf war jeder Schritt mühsam. Der Gedanke, aufzuhören, kam nicht schleichend – er stand plötzlich einfach da. Der Kopf wurde leer. Die Lumboischialgie, die ich Monat für Monat bekämpft hatte, war wieder da. Als hätte sie nur gewartet.Ich schleppte mich noch zu meiner Familie in den Europapark. DNF – Did Not Finish – war in diesem Moment in meinem Kopf gemeißelt.

Meine Kinder trösteten mich. Meine Frau sagte, sie sei stolz, dass ich so vernünftig sei. Die Enkelinnen waren noch etwas irritiert über den Stimmungswechsel ihres Opas. Und ich? Einfach enttäuscht und merkte langsam, was passiert war. Mein Traum zerplatzt.

Was bleibt, ist die Fitness. Das körperliche Wohlbefinden nach den intensiven Trainingswochen. Die gemeinsamen Läufe mit Peter und meinem Sohn. Radausfahrten mit Freunden und die wunderschöne Radwoche in Cesenatico mit dem neuen Verein in sehr angenehmer Atmosphäre. Die Zufriedenheit nach den Schwimmeinheiten. Und der Stolz, wieder in alle Hosen zu passen. Das bleibt. Das nimmt mir niemand.

Die Hüfte werde ich nochmals gründlich abklären lassen. Die Physio wird erweitert. Und neue Ziele werden definiert – mit Bedacht.

Sport war für mich immer mehr als Wettkampf – er ist Struktur, Gemeinschaft, Lebensqualität. Aber er ist nur ein Teil des Lebens. Familie. Freundschaften außerhalb des Sports. Menschen, die einen auffangen, wenn man sich an den Streckenrand schleppt. Vielleicht ist das die eigentliche Lektion dieses Rennens. Nicht jeder Start endet mit einem Zieleinlauf. Aber das Leben geht weiter – und lieben Dank an alle für ihren Zuspruch.

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